Der Paartanz

Wenn es mal gar nicht rund läuft
Liebeskummer bezeichnet die emotionale Reaktion auf eine unerfüllte oder verlorene Liebe. Fast alle Menschen haben dies bereits ein- oder mehrmals in ihrem Leben erlebt. Aber was heißt es eigentlich, Liebeskummer zu haben? Neben den emotionalen Empfindungen der Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit und Ausgeschlossenheit plagen wir uns mit Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit, Konzentrationsschwäche und immer wieder kreisen die Gedanken: Warum passiert der Liebeskummer gerade mir? Was mache ich falsch, dass ich nun schon mehrmals Liebeskummer erleiden musste? Wie kann ich es bei dem nächsten Partner vermeiden, dass es nicht zu einer Trennung kommt? Der nachfolgende Text bietet Denkanstöße, Analogien, Perspektiven sowie Betrachtungsweisen, die in die Tiefe gehen.  

Liebeskummer Carmen Macharzina Frösche

Analogie: Die Geschichte der Eiskunsttänzer

Zitat: „In einer guten Beziehung ist es wie beim Tanzen. In gemeinsamer Bewegung hält jeder sein eigenes Gleichgewicht.“

Schon seit unserer Kindheit kennen wir den Paar-Eiskunsttanz: Die wunderbare Symmetrie der Bewegung, die perfekt aufeinander abgestimmten Bewegungsabläufe. 

Gefragt haben wir uns vielleicht, was es zusätzlich zur Disziplin und zum Training benötigt, um einen solch harmonischen Tanz der Bewegungen hinzubekommen. Denn um sich als Paar harmonisch gemeinsam und scheinbar mühelos bewegen zu können, sollte jeder für sich ein guter Einzel-Eiskunsttänzer sein. Dies erscheint uns als langwidriger Prozess: erst als Einzel-Tänzer gut zu werden und sich dann wieder neu als Paar-Tänzer zu entdecken, um in dieser Konstellation auf ein gemeinsames Ziel in Form einer Meisterschaft zu trainieren. Die Intimität innerhalb der beiden Partner suggerierte uns so manches Mal, dass die Eiskunsttänzer auch im realen Leben eine Beziehung zueinander haben. Nicht unähnlich eines Beziehungs-Tanzes: mal rhythmisch & feurig, mal gelassen & harmonisch, mal einander zugewandt, mal abgewandt, mal mit Pirouetten, mal mit Sprüngen. 

Partner aus harmonischen Beziehungen berichteten auch getrennt voneinander, dass sie sich wie eine Einheit wahrnehmen. Auf den Körper bezogen, dass sie in der Intensität ihrer Zweisamkeit manchmal das Gefühl haben, dass sie gar nicht mehr wissen, wo sie selbst aufhören und wo der andere anfängt. Diese Intensität einer harmonischen Zweisamkeit können Außenstehende auch in verschiedenen Alltagssituationen beobachten und der Volksmund nennt dies: „Ein eingespieltes Team.“

Parallelen: Eistanz & Partnerschaft

Eistanzen basiert auf schritttechnischen Grundlagen, die exakt, temporeich und in Anpassung an die Musik tänzerisch wie akrobatisch dargeboten werden. Eistanz wird häufig als die technisch schwierigste und detailreichste Art des Eiskunstlaufs betrachtet: „Das ist richtig Arbeit“ sagen wir auch schon mal über unsere Beziehungen.

Das umfangreiche Regelwerk des Eistanzens hat das Ziel, die Wurzeln des Eistanzes im Parketttanzen aufzuzeigen. Die Wurzeln einer Partnerschaft gleichen einer mehrgenerationalen Betrachtungsweise. Die „Grundtanzschritte“, haben wir bereits in unserer Kindheit von unseren Eltern, von unseren Großeltern oder von unseren Vorbildern erhalten. Hier haben wir gelernt was Liebe ist. Jede Familie hat ihre eigenen "Grundtanzschritte" und erzählt somit ihre eigene Geschichte.

Ist es in unseren Beziehungen nicht auch ein wenig wie ein Tanz durchs Leben?
Gemeinsames trainieren, sich in verschiedenen Lebenslagen ausprobieren, neu erfinden, auffangen, festhalten, berühren, Bewegungen im Einklang, Einzeltrainings, aufeinander zugehen, manchmal Distanz wahren, wieder zusammenfinden, sich aufeinander zubewegen, sein Gleichgewicht bewahren, ein gemeinsames Ziel fokussieren. 

Um es mit den einem Zitat von Steve de Shazer auszudrücken: „Wenn sie unzufrieden über ihre Beziehung sind, dann überlegen sie sich, bevor sie etwas verändern, was unbedingt nicht verändert werden sollte.“ Jede Veränderung einer zuvor einstudierten Bewegung beim Eistanz hat eine direkte Auswirkung auf die Kür. So auch in der Beziehung: Jede Veränderung innerhalb des Partnerschaftssystems, jede Veränderung des einzelnen Partners hat eine Auswirkung auf das Gesamtbild der Partnerschaft.

Auch die Trainer, die Kostümdesigner, die Make-Up Spezialisten, die Physio’s, das sogenannte Team hat einen Einfluss auf die Eiskunsttänzer: Je besser das Back-Up, desto intensiver können sich die Tänzer auf ihre gemeinsame Kür vorbereiten.

In unseren Beziehungen sind die Teammitglieder die Eltern, die Großeltern, und Ur-Großeltern, usw. Wie sieht der Einfluss des Teams hier aus? Wie unterstützt mich mein Familienleben in meiner Lebenskür? Unser Wohlergehen ist abhängig von unserem Kontakt zu anderen. Haben wir guten Kontakt zu unserer Familie und unserer Umwelt, geht es uns gut. Ist der Kontakt belastet, fühlen wir uns schlecht. Als Folge können Konflikte innerhalb der Familie und in der Partnerschaft auftreten. Hier gilt es, verlorenes Vertrauen wiederherzustellen, gestörte Kontakte neu zu gestalten oder verworrene Beziehungen zu klären.

Unter Eiskunstlaufen versteht man auch eine bestimmte Form des Eislaufens, die durch die Ausführung bestimmter Figuren, Sprünge und Pirouetten zur Musik gekennzeichnet ist. Die Bewegung, der Rhythmus, der Tanz und die Gestaltung der Kür gehören dazu. In der Partnerschaft kommunizieren wir auch auf mehreren Ebenen: verbal und nonverbal, den Ausdruck unserer Gefühle, durch unser Seelenleben und durch unser körperliches Wohlfühlen. Unsere Kür ist das Leben und die begleitende Lebensmusik ist vielleicht mal entspannend, rockig oder mal klassisch. 

Liebeskummer Carmen Macharzina Eislauf

Was kann ich wirklich verändern, wenn ich Liebeskummer habe? 

Zunächst kann es uns helfen, uns selbst zu fragen, welche Erwartungshaltung wir an den anderen hatten. Wie authentisch konnten wir in der Partnerschaft sein. Vielleicht haben wir uns selbst auch gar nicht so wohl in der Beziehung gefühlt. „Eine Tür schließt sich, eine öffnet sich“ sagt der Volksmund. Und oft haben wir dies auch genau so erlebt und konnten evtl. auch rückblickend feststellen, dass es besser gewesen ist, sich zu trennen. Jedoch müssen wir nun erstmal mit der Situation fertig werden, dass der andere eine Entscheidung getroffen hat. Nämlich uns zu verlassen. Welche Gefühle löst dies in uns aus? Sind wir verletzt, wütend, traurig oder fühlen wir uns sogar betrogen. Darüber hinaus merken wir, dass wir dieses Gefühl vielleicht schon kennen. Und in welchen Situationen uns dieses Gefühl bereits begegnet ist.

Eine andere Frage an uns wäre, was wir wirklich verändern können? Und auf was wir wirklich Einfluss nehmen können? Auf andere? Oder vielleicht nur auf uns selbst? Haben wir vielleicht sogar die Möglichkeit den Liebeskummer aus einer anderen Perspektive zu betrachten? 

Und wie vorteilhaft könnte es womöglich für uns sein, wenn wir den Liebeskummer nicht isoliert betrachten könnten, sondern das Verhalten aller Mitglieder unseres „Bezugssystems“ also unserer Familie, unserer Freunde mit in die Betrachtung einfließen lassen könnten. Vielleicht waren unsere Eltern oder unsere Freunde nicht mit der Wahl unseres Partners einverstanden. Welche Erwartungshaltungen haben sie in unsere Beziehung gehabt. Und wie haben sich diese geäußert. Evtl. durch Spannungen bei gemeinsamen Treffen. Wie hat der andere sich in solchen Situation gefühlt. 

Eine andere Betrachtungsweise könnte sein, uns zu fragen wie wir Beziehungen bisher erlebt und erlernt haben. Wie gingen unsere Eltern miteinander um?

Bei den verschiedenen Betrachtungsweisen kann erreicht werden, allmählich die inneren Prozesse unserer Familien zu verstehen. Verborgene Strukturen und Bindungen werden erfahrbar. Die Beziehungsgeflechte werden Stück für Stück entwirrt, so dass Verstrickungen gelöst werden können. Und damit könnten wir unseren Liebeskummer besser verstehen. Denn die systemische Betrachtungsweise in der Psychologie, geht davon aus, dass bei den jeweiligen Mitgliedern einer Familie Selbstheilungskräfte eigen sind, die in der Beratung mobilisiert werden können. Vielleicht ermöglicht uns der Liebeskummer eine neue Betrachtungsweise für unser Beziehungsleben. Und wir fühlen uns nicht mehr allein gelassen in unserem Liebeskummer. Und erfahren, dass wir uns keineswegs in einer starren Haltung befinden sondern sehr wohl Einfluss darauf nehmen können. Durch diese Selbstverantwortung erlangen wir neue Perspektiven für unser Leben. Und der Liebeskummer verliert seine Macht über uns.

Ein weiterer Aspekt, warum wir Liebeskummer haben, kann die Qualität einer Beziehung sein. Ich möchte dies mit einer Geschichte beschreiben nämlich mit dem Kiesel-Juwelen Gedanken: 

Kiesel und Juwelen sind geschliffen. Die einen rund, die anderen brillant. Geschliffen werden alle, Kiesel wie Juwelen. Der Unterschied liegt in der Art des Schleifens. 

Ein Kiesel in seinem Flussbett wird mitgeschleift und rund geschliffen. Alle Ecken und Kanten gehen dabei verloren, der Widerstand den die Kiesel im Flussbett bieten, wird immer geringer, der Stein wird all den anderen um ihn herum immer ähnlicher.

Beim Juwel jedoch geschieht das Gegenteil: Je mehr er geschliffen wird, desto auffälliger und wirkungsvoller wird er. Harte Kanten, glatte gerade Flächen, keinerlei Rundungen, eine stimmige Gesamtform und Perfektion im Detail. So ein Schliff ist – im Gegensatz zum Kieselschliff – kein Zufall und nichts Passives: Dieser Schliff erfordert Planung, Ideen, Reife und vor allem präzise Arbeit.

Wenn wir die Geschichte mal auf unsere Partnerschaften beziehen, hieße es, dass wir Einfluss auf unsere Beziehungen mit all ihren Freuden, mit all ihrem Liebeskummer nehmen können. Wir müssten unsere Leben nicht dem Zufall überlassen – wir könnten durch unsere eigenen Reifeprozesse, unser tägliches Erlernen der Regisseur unseres Lebens werden.

Was ist wirklich bei Liebeskummer?

Liebeskummer Carmen Macharzina Frankfurt

Lassen wir uns auf eine wechselseitige Betrachtung ein, erhalten wir einen Einblick wie die Wirklichkeit meines Partners aussieht. Denn keine Beziehung steht für sich allein. Jeder Mensch ist eingebunden in ein Netzwerk von Beziehungen. Stellen wir uns unseren Partner einmal bildlich vor, mit seiner kompletten Familienhistorie. Dazu gehören Eltern, Großeltern,Urgroßeltern, Geschwister, etc. Das ergibt schon für eine Person ein ziemlich gefülltes Bild. Dann könnten wir uns die Frage stellen, wie authentisch konnte sich meine Familie und die Familie meines Partners entwickeln? Was wurde vielleicht verschwiegen? Welches Familienmitglied hat vielleicht keine Stimme erhalten? Gibt es vielleicht ein Muster, welches sich von Generation zu Generation weiter trägt?

Ein solcher Konflikt kann dazu einzuladen in die Herkunftsfamilien der Partner zu schauen. Um herauszufinden, wer liegt hier eigentlich mit wem in Konflikt? Ein häufig zu findendes Phänomen ist es, dass zwei Personen den Konflikt zweier anderer Personen austragen:

Können die Schwächen der Eltern
zu Stärken werden?

Ist die Bereitschaft vorhanden offen
über Probleme reden zu können?

Wird vielleicht ein Ausgleich für offene Rechnungen aus der Vergangenheit erwartet?

Kann die Vergangenheit ruhen um
nun einen Neubeginn zu wagen?

Wer streitet eigentlich mit wem? Werden Auseinandersetzungen ausgetragen, die von Bezugspersonen nicht geführt werden konnten oder durften? 

Auch hier werden uns Betrachtungsweisen eröffnet, die uns helfen können unseren Liebeskummer besser verstehen und somit überwinden zu können.

Die Polarität 

Gehen wir einmal davon aus, dass Partner A extrem unordentlich ist und Partner B extrem ordentlich. Immer wieder gibt es Streit darüber. Beide sind nicht glücklich in ihrer Situation. Partner A sagt über Partner B, dass ein übertriebener Ordnungswahn besteht und fühlt sich in seinem Handeln stark eingeschränkt. Partner B wiederum berichtet über Partner A, dass ein Zusammenleben unerträglich geworden ist und fühlt sich in seinem Wohlsein zu Hause stark beeinträchtigt. Gehen wir nun einmal davon aus, dass Partner B sich von der Polarität extrem ordentlich mehr in die Mitte bewegt, Partner A jedoch rigide in seiner extremen Unordentlichkeit verharrt, würde Partner B die Unordentlichkeit des Partner A mit Aufräumen etc. kompensieren. Das würde vermutlich einige Zeit gut gehen jedoch auf Dauer Partner A frustrieren und die Spannungsthemen wären vermutlich, warum kann ich mich ändern, aber Partner A nicht. Wie sieht Partner A mich eigentlich, welche Aufgaben übernehme ich stillschweigend in der Partnerschaft und warum? Würden sich jedoch beide Partner bereitwillig von ihren extremen Polaritäten in die Mitte begeben wäre der Konflikt gelöst.

Fazit: Die Bereitschaft zur Änderungen muss bei beiden Partnern vorhanden sein. Und um es wieder mit den Eiskunsttänzern auszudrücken, nur wenn Beide das Schlittschuh laufen gut beherrschen, wird ihr gemeinsames Eistanzen eine harmonische Bewegung ergeben.

Diese Betrachtungsweise in Bezug auf unseren Liebeskummer kann uns zeigen, dass wir auch in der Partnerschaft an einem Seil ziehen. Je mehr Bereitschaft wir entwickeln, unsere Altlasten zu bereinigen, desto harmonischer – eben ohne Liebeskummer – kann sich auch unsere Partnerschaft entwickeln.

Die Realität

Manche Menschen glauben, dass ihre Sicht der Dinge die einzig wahre Realität ist. Sie leben in der festen Überzeugung, alle Fakten, alle Daten zu kennen und alles beurteilen zu können. So kommen sie zu dem Schluss, dass ihre Meinung die richtige ist. Doch was ist mit der Meinung der anderen? 

Zwei Menschen schauten aus dem Fenster. Der eine sah nur den Straßenverkehr, der andere sah nur Sterne. Wer von beiden hat nun recht? Tatsächlich beide, denn beides ist vorhanden. Allerdings haben beide unterschiedliche Wahrnehmungen. Der eine ist konditioniert, das Negative zu sehen. Der andere dagegen hat eine positive Lebenseinstellung.“

Mit Rechthaberei wird viel Zeit vergeudet. Wie wäre es, wenn wir es uns selbst ermöglichen unsere Perspektive zu verändern. Uns einladen lassen, die Perspektive des anderen zu betrachten. Zuhören wie andere über ihre Wahrnehmung berichten. Dies kann nicht nur eine Erweiterung des eigenen Spektrums bedeuten, sondern auch eine Ergänzung, die im besten Fall dazu beiträgt, sich als Team zu sehen und den Standpunkt des anderen wirklich zu verstehen.

Diese Betrachtungsweise lädt uns ein, unsere Streitkultur zu überprüfen. Bin ich bereit dem anderen zuzuhören. Oder möchte ich vehement meinen Standpunkt vertreten. Trägt die vehemente Rechthaberei des anderen, von mir, von uns beiden, nicht auch nur zum Liebeskummer bei?

Die Kompetenz des Phoenix

Wenn Menschen sich professionelle Hilfe und Unterstützung suchen, um für sich eine Änderung in ihrem Leben zu bewirken, dann befinden sie sich bereits in der Phase der Veränderung. Das Annehmen von Aufgaben, das Bestehen von Herausforderungen schafft Persönlichkeit und gleichzeitig Sinnbezüge im Leben. Veränderungen führen zu besonderen Wachstums- und Reifeprozessen

Wenngleich Veränderungen auch Angst machen. Vor allem jene Veränderungen, die uns zum Loslassen auffordern, vielleicht eine Beziehungen aufgeben zu müssen, eine Trennung vollziehen zu müssen und uns dem Liebeskummer auszusetzen zu müssen. Selbst die von uns gewünschten Veränderungen können uns ängstigen, denn wer sich an einer Weggabelung befindet und sich für einen neuen Weg entscheidet, begibt sich auch ins Ungewisse. Oft vergessen wir dabei, dass Sicherheit eine Illusion ist und dass jede Veränderung einen wertvollen Fortschritt und Neubeginn in sich bergen kann.

Daher kann es sinnvoll sein:
- sich auf bereis gelebte, überstandene Veränderungen zu beziehen
- den wertvollen Erfahrungsgehalt dieser Veränderung zu finden
- von Beiden eigene aktive Handlungsmuster zu beleuchten und zu übernehmen
- das gewinnbringende Zusammenspiel von Gemeinschaften zu verdeutlichen
- ein gutes Ergebnis, den Gewinn des Weges, die Wandlung für Beide sichtbar zu machen

Liebeskummer Carmen Macharzina Frankfurt

Der Mythos vom Phönix illustriert in dessen feurigem Zyklus die Größe und Tiefe mancher Veränderung: das Alte stirbt, verbrennt zu Asche, aus der sich ein Vogel, wie aus Sonnenstrahlen gemacht, in dem Himmel erhebt. 

Bezogen auf den Liebeskummer, ähnelt diese Betrachtungsweise einer Metamorphose: „Eine Tür schließt sich und eine neue Tür öffnet sich.“

Die Angst

Für die meisten ist ein akuter Liebeskummer der Auslöser für tiefgreifende Verlust- oder Zukunftsängste und Fragen nach dem Sinn des Lebens. Andere Beispiele für Krisensituationen sind der Verlust eines Familienmitglieds oder die Existenzbedrohung durch Arbeitsplatzverlust. Darüber hinaus können berufliche Krisen wie z.B. Karrierestau, Unfairness und Mobbing Menschen in seelische Tiefen stürzen. Auch Entscheidungsprobleme, Fragen zur Lebensführung oder zur allgemeinen Neuorientierung. Ereignisse, die den spirituellen Glauben, das eigene Weltbild durchrütteln. Es gibt Krisen aller Art – sowohl inter- als auch intrapersonell. Und oft geschehen Krisen zusammen.

So erfordert es Mut für die Betroffenen von Liebeskummer und Lebenskrisen, den ersten Schritt in einen Veränderungsprozess und eine damit verbundene Selbstreflexion zu gehen. Und es erfordert Mut, den Konflikt mit dem Partner offen anzusprechen, sofern der andere aufgeschlossen ist. Vielleicht ist es für manche wichtig der Frage nach dem „Warum?“ auf den Grund zu gehen. Eine professionelle Beratung, Moderation kann ermöglichen, den Konflikt, den Liebeskummer mit Abstand aus einer anderen Perspektive zu betrachten und sich damit in die Lage zu versetzen, selbst Lösungsmöglichkeiten und - strategien zu entwickeln. Der Prozess kann weitere Möglichkeit eröffnen, individuelle soziale und persönliche Fähigkeiten und Ressourcen zu entdecken, weiterzuentwickeln und diese sicher im Leben anzuwenden. Die Fähigkeit zu entwickeln, auf sich selbst zu hören. Bedürfnisse und Gefühle zu spüren und mit diesen in Einklang zu kommen. 

Diese Betrachtungsweise während eines akuten Liebeskummers kann uns zu großem Wachstum verhelfen.

Vertrauen

Beziehung ist ein kontinuierlicher Prozess, der durch Transparenz zu gegenseitigem Vertrauen führt. Das setzt ein gewisses Maß an Offenheit und Gleichzeitigkeit im Umgang mit Informationen voraus. Wenn sich die Partner in einer Gesprächsberatung mit relevanten Informationen gleichzeitig auseinandersetzen können, entsteht ein Resonanzraum, der tragfähige Lösungen in der Partnerschaft ermöglicht. Vielleicht leidet der andere genauso unter Liebeskummer? Vielleicht hat die Partnerschaft noch eine Chance.

Diese Betrachtungsweise birgt das Potential durch Liebeskummer, sofern er beide betrifft, seine Partnerschaft zukünftig authentisch gestalten zu können und dadurch für beide mehr Zufriedenheit in der Partnerschaft zu erlangen.

Auf Augenhöhe

Ein wichtiger Aspekt in einer Beratung/Moderation ist die präzise Auftragsklärung. Manchmal ist der Auftrag nicht deckungsgleich. Erst wenn die Ziele konkret definiert sind, kann die Beratungsarbeit starten. Da sich eine Beratung/Moderation meist über mehrere Sitzungen erstreckt, empfiehlt sich eine gelegentliche neue Auftragsklärung, da sich Ziele auch über die Zeit ändern und neu definieren können. Beide Klienten sollten zu jedem Zeitpunkt wissen, an welchem Thema gerade gearbeitet wird, was die aktuelle Situation ist und welche Ziele angestrebt werden.

Zeit

Bei akutem Liebeskummer ist es nicht immer möglich, die Partnerschaft oder sogar sich selbst zu hinterfragen. Das familiäre oder soziale Umfeld mag da nicht sonderlich hilfreich sein. Aussagen wie: „Das habe ich Dir doch gleich gesagt“ bringen uns da nicht wirklich weiter. Wenngleich diese Aussagen in unserem Liebeskummer eine Seite zum Klingen bringen, dass man selbst keine Schuld am Liebeskummer trägt. Der Volksmund sagt hier gern: „Zeit heilt alle Wunden“. Diese Betrachtungsweise würde beinhalten, dass wir uns keinem Lernprozess unterziehen möchten. Wenn wir Liebeskummer jedoch wiederholt erfahren, stellen wir uns vielleicht schon mal die Frage: Was will das Leben mir damit sagen?

Möglichkeiten

Wenn wir unseren Liebeskummer mal nicht mit unserer Familie oder unseren Freunden durchleben wollen sondern durch eine professionelle Beratung betrachten möchten, bieten sich verschiedene Möglichkeiten:

  • Struktur und Führen eines Beratungsprozesses
  • Selbstbestimmtheit durch präzise Auftragsabklärung
  • Einbindung von lösungsorientierten Methoden
  • Anregungen und neue Ideen vermitteln
  • Blick und Perspektiven erweitern
  • Mut zum Experimentieren anregen
  • Werte als Fundament definieren
  • Erlernen wichtiger Bewältigungsstrategien
  • Erkennen und vermeiden von Reinszenierungen unbearbeiteter Konflikte
  • Blockaden im Denken und Handeln lösen
  • Ressourcen Aktivierung

Zahlen Daten Fakten

Beziehungen sind heute mehr denn je von Erschütterungen und Krisen geprägt. In Deutschland werden jährlich zirka 170 000 Ehen geschieden, 13 Prozent der Kinder wachsen bei einem Elternteil auf (meistens der Mutter, wobei 60 Prozent der Väter nach der Scheidung den Kontakt zu den Kindern abbrechen), über ein Drittel aller Haushalte besteht aus einer Person.

Auch eine wesentliche Rolle kann unser Körperbewusstsein spielen. Viele leiden heute unter dem Verlust des Sich-selber-Spürens sowie – des auch damit verbundenen – gegenseitigen Spüren. Die Folge daraus kann die Entfremdung von unseren Mitmenschen, der Natur, der Tier- und der Pflanzenwelt und letztendlich, von uns selbst sein.

Die Flut der Informationsmenge, die sich mittlerweile alle 3 Jahre verdoppeln, nimmt einen immer größeren Raum ein. Auch wenn wir den Vorteil dranzubleiben verspüren und weltweite Informationen erhalten, so ersetzen die Medien doch nie das hautnahe Spüren.

Was macht der Liebeskummer auf der körperlichen Ebene mit uns? Was haben wir durch diese Erfahrung abgespeichert?

Praktische Erfahrungsbeispiele nach einer professionellen Einzel- oder Paarberatung:

  • Entlastung durch Klarheit
  • gegenseitiges Vertrauen zulassen können
  • Entspannung der aktuellen Lebenssituation
  • einen gemeinsamen Neubeginn
  • das Erweitern des möglichen Spektrums beider Partner
  • ein gemeinsamen Lebensweg wieder wahrnehmen zu können
  • die gemeinsame Liebe wiederfinden
  • neue Impulse für die gemeinsame Zukunft entwerfen
  • das Begehren wieder spüren zu können

Schließen möchte ich diesen Bericht über Liebeskummer mit der Analogie zu den Eiskunsttänzern:

Epilog: Die Eiskunsttänzer nach dem Training


Die Akteure – die Partner – haben neue Tanzschritte geprobt und erlernt – individuell und gemeinsam. Sie haben sich damit eine neue Kür unter selbst komponierter Musik gestaltet. Die Kür darf noch einige Male auf dem Eis – der Lebensbühne – erprobt werden. Bis die Eiskunsttänzer in ihrer neuen Dynamik das Gleichgewicht beherrschen.

Manchmal erscheint es uns wie ein Hexenwerk eine ausgewogene Beziehung zu führen und manchmal machen wir die Erfahrung, dass es läuft wie ein geschnittenes Brot. Fragen Sie sich selbst, was Ihnen schon häufiger im Leben begegnet ist, ob Sie vielleicht schon zu oft unter Liebeskummer gelitten haben. Und ob Sie zukünftig etwas für sich mit dem möglichen Ziel zu einer zufriedeneren Lebensführung verändern möchten. Eines verbindet uns Menschen sicherlich: Wir sind hier um zu lernen. 

Auf welchen Weg Sie sich auch immer begeben werden: Stehen Sie nicht still, denn Stillstand ist etwas was uns grübeln lässt, uns von der Klarheit wegbringt und uns mit unserem Leben hadern lässt. 

Perspektiven entwickeln. Lösungen erkennen.
Menschen auf dem Weg zu sich selbst zu begleiten,

das ist für mich mehr als ein Job. Es ist meine Berufung.

Psychologische Beratung Hofheim

Carmen Macharzina
Psychologische Beraterin / Systemische Familientherapeutin

>

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen